Herzlich willkommen

Lynne Leegte FENSTER
Kulturraum Synagoge Lippstadt
Die 1938 zerstörte, jahrzehntelang vergessene bzw. profan genutzte ehemalige Synagoge im Zentrum Lippstadts wird seit 2020 von einer Initiative um den Historiker Jürgen Overhoff und mich als Ort der Kunst und des Gedenkens konzipiert und etabliert. Nachdem wir eine Nutzungsvereinbarung mit dem Eigentümer erreichen konnten, gibt es nun regelmäßig Veranstaltungen. Die Gründungsversammlung des "Kulturraum Synagoge Lippstadt e. V." fand am 11. Februar 2022 stattgefunden, seither bin ich Geschäftsführer des Vereins. Informationen über das Programm und den Stand der Dinge erhält man unter www.synagoge-lippstadt.de


Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus
Der 27. Januar, auch als "Auschwitz-Gedenktag" bezeichnet, ist dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus gewidmet. Der historische Anlass ist die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945. Der Kulturraum Synagoge Lippstadt öffnet am Freitag, 27. Januar 2023 ganztägig für eine filmische Installation und stündliche musikalische Interventionen.
Im Obergeschoss zeigen wir von 10 bis 19 Uhr Claude Lanzmanns berümten, vielfach preisgekrönten Dokumentarfilm "Shoah" als begehbare filmische Installation. Der Film hat eine Länge von 540 Minuten. Statt einer konventionellen Kino-Vorführung kann man jederzeit Teile des Films verfolgen, bei einem Rundgang für ein paar Minuten innehalten oder sich eine längere Passage ansehen. Oder mehrfach kommen.
Von 10 bis 18 Uhr gibt es außerdem jeweils zur vollen Stunde im Kulturraum eine kurze musikalische Intervention. Musik: d.o.o.r (Oona Kastner & Dirk Raulf) und Gäste.


Stummfilm mit Live-Musik: DAS BLUMENWUNDER
Nach dem großen Erfolg meiner letztjährigen Neuvertonung des "Golem" habe ich mir einen weiteren legendären Stummfilm vorgenommen, zu dem ich eine neue Musik entwickle.
"Das Blumenwunder" war 1926 eine Kino-Sensation, weil erstmals ästhetische Zeitraffer-Aufnahmen von Blumenbewegungen gezeigt werden konnten, ergänzt durch Choreographien, in denen Tänzerinnen und Tänzer der Staatsoper Berlin ebenfalls Blumen-Impressionen darstellten. Entstanden waren die experimentellen Filmaufnahmen der Blumen im Rahmen der Künstdünger-Forschung bei BASF. Der Kunstfilm des Regisseurs Max Reichmann wurde von Zeitgenossen als "der aufregendste, phantastischste und schönste Film, der je gedreht wurde" bezeichnet (Rudolf Arnheim). Heute kommt uns der Optimismus der Moderne, mit dem die Natur hier untersucht und dargestellt wird, naiv, ja fast "ruchlos" vor, um ein Wort von Schopenhauer zu zitieren: die ästhetischen, hundert Jahre alten Bilder erzählen heute eher von der Vergänglichkeit der Schönheit und assoziieren unsere verlorene Unschuld der Natur gegenüber.
Realisiert wird die Musik von "d.o.o.r", also Oona Kastner und mir, und es gibt sogar eine Förderung des Projekts durch den Musikfonds.
Uraufführung am 29. April im Kulturraum Synagoge Lippstadt, weitere Termine sind in Vorbereitung.
Filmtrailer und weitere Informationen zum "Blumenwunder"


Basic Prayer
Oona Kastner präsentiert Ende Mai 2023 ihr neues Projekt BASIC PRAYER. Mit Oona Kastner (Komposition, Stimme, Kirchenorgel), dem wunderbaren isländischen Gitarristen Hilmar Jensson und mir. Es sind mehrere Konzerte in Planung, u. a. in Bielefeld, Dortmund, Köln.
"Basic Prayer ist ein Versuch, musikalisch-künstlerisch auf die anhaltende Krisenatmosphäre des Planeten und der Gesellschaft zu reagieren. Klimakrise, Coronakrise, Krieg, Zerstörung – auf Krisen und Herausforderungen, auf das Gefühl von Ohnmacht, Angst und Ausgeliefertsein haben die Menschen schon immer mit Gebeten und Anrufungen reagiert.
Basic Prayer verbindet textlich und kompositorisch Gebetspartikel diverser Religionen – von tibetanischen Mönchsgesängen über Sutras, Korangebete, Mantren, Gebete von Schamanen aus Mali oder Nordamerika, Lehren Zarathustras bis hin zur jüdischen Kaddishformel und christlicher geistlicher Musik."


heimat.kunden
Als "Artist in Residence" habe ich in meiner Geburtsstadt Lippstadt 2020-22 ein umfangreiches Projekt namens "heimat.kunden" realisiert, gefördert u .a. vom Heimatministerium NRW, der Kunststiftung der Sparkasse Lippstadt, der Stadt Lippstadt und der LAG Soziokultur NRW. Das Herzstück des Projekts war mein BLOG, der täglich einen neuen Text, ein Foto, einen Sound und ein Buch zum Thema "Heimat" vorstellte.

Der Projekt-Blog „heimat.kunden“ (1.1. – 31.12.2020) ist soeben in Buchform als limitierte und signierte Auflage (100 Exemplare) erschienen und kann ab sofort hier bestellt werden.
Dirk Raulf
heimat.kunden 2020
Limitierte, signierte Edition (100 Ex.)
August 2022
592 Seiten
28 Euro + VK

Website des Projekts: www.heimat-kunden.de

Zum Abschluss der "heimat.kunden" wurde am 27. Oktober 2022 die Lichtkunst-Installation "headlight" eingeweiht. Als Teil der "Lichtpromenade Lippstadt" ist die Arbeit nunmehr allabendlich an der Brücke am Lippertor zu sehen. Ein Suchscheinwerfer bewegt sich wie von Geisterhand über die Wasserfläche, ein Bild von Suche und Reflexion, Überwachung und Poesie.




Der Golem, wie er in die Welt kam
Für den legendären Stummfilm, den wir in einer restaurierten Fassung zeigen können, habe ich eine neue Musik geschrieben. Uraufgeführt wurde die Musik live zum Film in der Synagoge Lippstadt am Donnerstag, 25. August 2022. Es spielten Krisztián Palágyi (Akkordeon), Fritz Wittek (Schlagwerk) und ich.


d.o.o.r
Im Rahmen der Ensemble-Förderung des Musikfonds haben Oona Kastner und ich gemeinsam neues Material entwickelt, das mit Frank Schulte (Elektronik) als Gast erstmals Anfang Dezember in der Lippstädter Synagoge vorgestellt und anschließend in Bild und Ton produziert wurde. Clips findet man hier und hier und hier und hier und hier.

Aus der Laudatio zum Preis der Deutschen Schallplattenkritik (Bestenliste 3/2019) für d.o.or, "Songs from a Darkness": „Schwermütige, auch klanglich dunkle Nachtmusiken bietet dieses Debütalbum des Duos d.o.o.r. Mit schier unerschöpflichem Atem macht der Komponist und Live-Musiker Dirk Raulf aus der Bassklarinette eine Nebelhorn-Endlosschleife, aus seinen Saxophonen einen anschwellenden Chor von Totentrompeten. Dazwischen intoniert, schreit und murmelt die Performerin Oona Kastner, die auch Klavier spielt, taktfest und eindringlich morbide Lyrik ihres Klangpartners, aber auch Texte von Andreas Gryphius oder Wystan Hugh Auden. Eine CD, die den aus dem Ruder gelaufenen Zeitgeist spiegelt, verwirrend, destruktiv, spooky – und absolut hörenswert!“


Theater Theater
Am Theater Luzern hatte Anfang Februar 2022 Horváths "Zur schönen Aussicht" Premiere. Inszenierung Martin Schulze, Musik von mir.
Am Theater Lübeck wird Enzensbergers Stück "Der Untergang der Titanic" geprobt. Inszeniert von Martin Schulze, Musik von mir, Premiere am 3.12.2022.

SOLO
Nach langer Zeit habe ich mich wieder dem Solo-Spiel im Rahmen eines Projekts gewidmet, das vom Land NRW im Rahmen der Corona-Fördermaßnahmen unterstützt wurde. Unter dem Titel "Waldeinsamkeit" machte ich mit meinen Instrumenten einsame Video-Aufnahmen in Wäldern, zur Zeit sogar bei frostigen Temperaturen. Eine Verbeugung vor den Waldlandschaften, die mein Leben geprägt haben: von Kindheitstagen im Sauerland über die Auenwälder bei Lippstadt, Wälder in Norditalien, der Eifel, im Bergischen Land und im Westerwald, in denen ich mich aufhielt, bis hin zu meinem jahrzehntelangen Fluchtpunkt in Schweden, auch ein Haus am Waldrand. Eine Auswahl von Clips findet sich bereits auf Youtube: HIER und HIER und HIER und HIER.
Der zweite Teil wird in diesen Monaten umgesetzt, ebenfalls im Rahmen einer Fördermaßnahme vom Land NRW. Unter dem Titel "An den Flüssen" geht es um Kurzhörspiele unter Einbeziehung von Feld-Aufnahmen, Texten und Solospiel.


Raulf auf Bandcamp
Auf Bandcamp gibt es aktuelle Veröffentlichungen, Re-Issues, Live-Mitschnitte, Theaterarbeiten und nie veröffentlichtes Material findet man unter meiner Seite:
Dirk Raulf auf Bandcamp

Lichtpromenade Lippstadt
Das von mir kuratierte Langzeit-Lichtkunstprojekt hat stark unter dem Tornado gelitten, dem Lippstadt in genau diesem Areal Mitte Mai ausgesetzt war. Untersuchungen und Reparaturen laufen.